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Die Wahl des Namens »Seiltanz« und das damit umschriebene Begriffsfeld möchten wir als Programm verstehen, das etwas über die publizistische Aufgabe verrät, der wir uns stellen. Unter allen möglichen Konnotationen sei vor allem an die Komposition »seiltanz« (1982) von Hans-Joachim Hespos erinnert, an jenes »szenische Abenteuer« also, das uns - obgleich vor bald drei Jahrzehnten entstanden - mit seinen extremen Anforderungen an Hörer wie Interpreten wie kaum ein anderes Werk die Möglichkeiten und Utopien zeitgenössischen Komponierens zu charakterisieren scheint. Die von Hespos thematisierte Situation des permanenten Wandelns auf dem schmalen Grat zwischen Scheitern und Gelingen erscheint uns daher auch trefflich als Motto geeignet, um damit auf die Schwierigkeit des Schreibens über eben diese oder andere Musik und die damit verknüpften ästhetischen wie kompositorischen Problemstellungen aufmerksam zu machen: Denn sich schriftlich über Musik zu äußern ist gleichfalls ein ständiger Balanceakt, der im Idealfall dem verbal gefassten Klangereignis gerecht werden sollte, ohne dabei das Verhältnis kritischer Distanz zu ihm aufzugeben – mit dem Ergebnis, dass die Musik durch die verbale Auseinandersetzung mit ihr bereichert wird.






Neu im April 2016:





  • Ralf von Appen: Grenzziehungen und -übertritte. Gedanken zur Bezugnahme Neuer Musik auf Pop

  • Stefan Drees: Eine Studie über das Rauschen. Notizen zu Marko Cicilianis Pop Wall Alphabet

  • Simon Cummings: Marko Ciciliani’s Pop Wall Alphabet: an introduction

  • Jonas Wolf: »add rhythm to rhythm 21«: Bernd Thewes’ Musik zum abstrakten Film Rhythmus 21 von Hans Richter

  • Gordon Kampe: Zwischen Individuation und Integration: Gedanken zu Sven-Ingo Kochs Rinde für Kontrabass und großes Ensemble

  • Sven-Ingo Koch: Von Widersprüchlichem und der Simultanität überlagerter Zeitebenen

  • »Schnittpunkt zur erweiterten Körperlichkeit«. Die Vokalperformerin Franziska Baumann im Gespräch mit Stefan Drees

  • Wendelin Bitzan: Von hohen Rössern und Untiefen der Moderne. Eine seiltänzerische Kolumne ohne Netz und doppelten Boden






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